246. Söldner
246. Söldner

246. Söldner

Wien 25.6.2022

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Am Montag erschien im deutschsprachigen, in Russland erscheinenden ANTI SPIEGEL ein Artikel: Das Schicksal amerikanischer Söldner in russischer Gefangenschaft.

Ich kann diesen Schrei schon hören – russische Propaganda! Klar, schau fern, da gibt es keine russische Propaganda. Wenn Sie das Fernsehen bevorzugen, sollten Sie wissen, dass Sie nicht informiert werden, sondern dass Ihre Ansichten von einem in Washington entwickelten Drehbuch geprägt sind. Um sich ein Urteil darüber bilden zu können, welche Seite mehr lügt – beide lügen zweifellos – muss man auch die Gegenseite einsehen lassen. Was auch immer Ihre Ansichten sind. Sie müssen immer skeptisch sein, nicht nur auf einer Seite der Barrikade dieses Informationskrieges, der eigentlich ein Krieg um Ihre Ansichten ist.

Also habe ich beschlossen, Ihnen die Position der anderen Partei vorzustellen. Es gibt keine Chance, es ohne einen korrigierenden Kommentar auf unserem Fernseher zu hören. Befürworter dieser „Wahrheit“ sollten aufhören, diesen Artikel zu lesen. Andernfalls werden sie mit vielen Informationen konfrontiert, die ihren Ansichten widersprechen können.

Das russische Fernsehen hat in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick auch über ausländische Söldner berichtet, die in russische Gefangenschaft geraten sind. Da sie keine regulären Soldaten der ukrainischen Armee sind, stuft Russland sie nicht als Kriegsgefangene ein. Im Falle eines Prozesses in den Donbass-Republiken droht ihnen eine Verurteilung wegen Mordes und die Todesstrafe, die in Donezk und Lugansk besteht.

Die entsprechenden Statistiken vom 17. Juni 2022 weisen darauf hin, dass Polen zum Beispiel ist unter den europäischen Ländern der unangefochtene Spitzenreiter, sowohl was die Zahl der angekommenen und der getöteten Söldner angeht. Seit Beginn der Militäroperation sind 1.831 Polen in der Ukraine eingetroffen, von denen 378 bereits getötet wurden und 272 Söldner in ihr Heimatland abgereist sind. Es folgt Rumänien mit 504 Einreisen, 102 Toten und 98 Ausreisen. An dritter Stelle steht das Vereinigte Königreich: 422 Einreisen, 101 Tote, 95 Ausreisen.

Auf dem amerikanischen Kontinent liegt Kanada an der Spitze: 601 Einreisen, 162 Todesfälle, 169 Abreisen. An zweiter Stelle liegen die USA: 530 Einreisen, 214 Todesfälle, 227 Abreisen.

Aus dem Nahen Osten, Transkaukasien und Asien kam die größte Zahl mit 355 Söldnern aus Georgien, von denen 120 gestorben sind und 90 die Ukraine verlassen haben. Hinzu kommen 200 terroristische Kämpfer, die aus den von den USA kontrollierten Gebieten der Region Dschazira in Syrien umgesiedelt wurden. Bislang wurden 80 von ihnen eliminiert und 66 haben die Ukraine verlassen.

Wer in Kriegsgefangenschaft geraten ist, warten auf seinen Prozess. Auf den Status als Kriegsgefangene brauchen sie nicht zu hoffen. Für die Justiz eines jeden Landes sind sie einfach Mörder. Erst diese Woche wurden in der Nähe von Charkow zwei solcher Banditen – Bürger der Vereinigten Staaten – gefasst.

Es ist lohnender, mit fremden – ukrainischen – Händen zu kämpfen, und wenn man amerikanische Waffen in diese Hände gibt, winken exorbitante Gewinne. Das Pentagon hat seit Ende Februar Munition und Ausrüstung im Wert von fast 6,5 Milliarden Dollar an Kiew geliefert. Die lange Liste ist auf der Website des US-Verteidigungsministeriums veröffentlicht. Sie umfasst 50 Millionen Schuss Munition und Zehntausende von Raketen.

Ich werde nicht überrascht sein, wenn sich herausstellt, dass Deutschland mit Aeroflot (russische Fluggesellschaft) Waffen in die Ukraine schickt.

Autor des Artikels: Marek Wojcik

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